GROSZ: Selbstständige Stadtteilentwicklung Reininghaus endgültig gescheitert - 16.12.2011

Graz hat einmalige Chance vertan, eigenen Stadtteil zu entwickeln - Reininghaus nimmt dasselbe Schicksal wie alle anderen Grundstücke der „Freunde des Herrn Nagl“
Graz - Eine selbstständige und den Plänen der Stadt Graz entsprechende Stadtentwicklung im Bereich der Reininghaus-Gründe sei mit der Übernahme einer neuen Investorengruppe endgültig gescheitert, stellte heute der steirische BZÖ-Chef und Grazer Gemeinderat Abg. Gerald Grosz nüchtern fest. „Jene bis dato unbekannte Investorengruppe mit einem vermuteten Durchschnittsalter von 55+ ist sicherlich nicht daran interessiert, als „gemeinnützige Heilige der Stadtentwicklung“ die nächsten 50 Jahre aufzutreten. Selbstverständlich wollen jene, die jetzt investiert haben, kurz- und mittelfristig in wenigen Jahren einen hohen Gewinn durch Umwidmungen und gezielte Einzelverkäufe erzielen“, so Grosz.
Dies sei wirtschaftlich durchaus legitim, man hätte sich das seit zwei Jahren andauernde Schauspiel des Bürgermeisters im Gemeinderat aber ersparen können. Bereits im Frühjahr 2011 hat der Grazer BZÖ-Gemeinderat exakt diese Vorgangsweise prophezeit.
„Einige Herren werden sich jetzt eine goldene Nase verdienen. Die Stadt wird auf Drängen der ÖVP brav die Umwidmungen beschließen, die Grundstückspreise steigen, die Parzellen werden einzeln und bestbietend verkauft und die Steuerzahler dürfen die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur - wie Straßen, Kanal etc - übernehmen. Der Steuerzahler zahlt pro Hektar 2 bis 2,5 Millionen an Infrastrukturkosten, den Fruchtgenuss werden die Freunde des Herrn Nagl kassieren. Sämtliche Prophezeiungen, dass Bürgermeister Nagl als auch Finanzreferent Rüsch es gezielt darauf anlegen, dass diese Grundstücke durch die „üblichen Verdächtigen im Haifischbecken und der Großloge der Grazer Immobiliendealer“ stückweise „verschnitten“ werden, haben sich nun eindrucksvoll bestätigt“, so Grosz.
Man könne der ominösen Investorengruppe gar „nicht böse sein“, diese sei schlussendlich auf wirtschaftlichen Erfolg orientiert. „Es wird aber nun klar, warum die ÖVP sämtliche Anträge auf eigenständige Entwicklung der Reininghausgründe im Gemeinderat abgelehnt hat. Es wird klar, warum die Stadt Graz eben nicht die Gründe von der Gläubigerbank übernehmen wollte. Wir werden die nun eintretende „Gewinnentwicklung“ auch im Hinblick auf den gewinnbringenden Personenkreis in Politik und Verwaltung sehr genau beobachten“, versichert der steirische BZÖ-Chef abschließend.
